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Schabbat Schalom. Ich schreibe dies an einem besonders regnerischen Tag in Atlanta, Georgia. Ich erwähne das nicht nur als Hintergrundinformation oder als lockere Bemerkung, sondern weil es für die Torastelle dieser Woche, Tazria-Metzora, von großer Bedeutung ist. Es gibt ein beliebtes Sprichwort, das besagt: „Aprilwetter bringt Maiblumen“, was bedeutet, dass das, was im Moment wie eine negative Situation erscheint (d. h. Regen), später ein positives Ergebnis hat (d. h. Blumen). Im Mittelpunkt dieser Metapher steht die reinigende Kraft des Wassers. Wasser ist die Urflüssigkeit, aus der das Leben auf der Erde entstand, es ist die Substanz, aus der der menschliche Körper zur Hälfte besteht, und es ist in der gesamten Tora allgegenwärtig.

Das offensichtlichste Beispiel ist die Sintflut, die für den gesamten Planeten einen Neuanfang bedeutete, doch Tazria-Metzora hebt dieses Thema der Erneuerung auf eine weitaus persönlichere Ebene. Darin berichtet Gott Moses vom Reinigungsritual der Mikwe, einem natürlich entstandenen Wasserbecken, in das sich der Teilnehmende vollständig untertaucht. Im Kontext dieser Lesung weist Gott schwangere Frauen ausdrücklich an, dieses Ritual durchzuführen. Auch wenn Mikwen im 21. Jahrhundert für eine Vielzahl von Lebensereignissen genutzt werden können, sind sie nach wie vor eng mit der Idee der Erneuerung und insbesondere der Wiedergeburt verbunden.

Das zweite Gebot in Tazria-Metzora erscheint in unserer aktuellen Situation besonders relevant. Es beschreibt die Vorgehensweise im Umgang mit Tzaraat, einer der Lepra ähnlichen Vorstufe eines Virus. Die vorgeschriebene Maßnahme ist eine siebentägige Quarantäne. Sind die Betroffenen am Ende dieser sieben Tage geheilt, vollziehen sie ein Wasserritual, um sich vollständig zu reinigen. Genau wie der Patient befinden wir uns alle nicht nur seit der vergangenen Woche in Selbstquarantäne, sondern einige von uns schon seit einem Monat und vielleicht sogar noch länger.

Dieser Abschnitt erinnert uns daran, dass auch dies vorübergehen wird und die Wiedergeburt bevorsteht. Für diejenigen von uns, die auf der Nordhalbkugel leben, zeigt sich diese Wiedergeburt konkret in Form des Frühlings. Weltweit haben wir das Pessachfest gefeiert, das die Wiedergeburt des jüdischen Volkes von bloßen Sklaven zu einer großen Nation markiert. Doch in kleinerem Maßstab erleben wir alle jeden Schabbat unsere ganz persönliche Wiedergeburt. Dies ist eine Zeit, um über unsere Woche nachzudenken und uns auf die nächste vorzubereiten. Wie das Eintauchen in die Mikwe gewährt uns der Schabbat die Möglichkeit, reinen Tisch zu machen. Möge dieser Schabbat, wie das schimmernde Spiegelbild des Wassers, für uns alle eine Zeit der Besinnung sein.

Schabbat Schalom,

Ethan Rubenstein, Großraum Atlanta

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