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In der Parascha dieser Woche, Paraschat Ki Tavo, lernen wir die Mizwa der Bikkurim kennen, das jährliche Bringen der Erstlingsfrüchte nach Jerusalem. Lord Rabbi Jonathan Sacks kommentiert diese einzigartige Mizwa wie folgt: „Die Bedeutung der Erklärung der Erstlingsfrüchte liegt darin, dass es nicht um die Natur geht, sondern um die Geschichte.“

Seine Worte sind ziemlich rätselhaft. Wie können neue Früchte mit der Geschichte in Verbindung stehen? Ein genauerer Blick auf das eigentliche Gebot der Bikkurim kann uns helfen, die Botschaft zu verstehen, die Rabbi Sacks uns vermitteln möchte. Wenn jemand mit neuen Früchten nach Jerusalem kam, brachte er nicht einfach nur seinen Korb mit. Es bestand auch die Verpflichtung, einen Teil unserer Geschichte zu erzählen und tiefe Dankbarkeit für all das zum Ausdruck zu bringen, was wir als jüdisches Volk überwunden haben und woran wir uns heute erfreuen. Vom Überleben der mörderischen Absichten von Lavan, Esau und den Ägyptern bis hin zur endgültigen Besiedlung des Landes und der Verwandlung Israels in das Land, in dem wahrhaftig Milch und Honig flossen. Der Prozess von Bikkurim war eine aufrichtige Erfüllung der moralischen Verpflichtung, unsere tiefste Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen.  

Auch wenn wir heute nicht mehr an der Mizwa der Bikkurim teilnehmen, sind wir dennoch nicht davon befreit, unseren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern unsere Dankbarkeit zu bekunden. Sie haben den Grundstein für alles gelegt, was wir heute haben, und wir müssen ihnen für all das, was wir besitzen, auf ewig dankbar sein.

Derzeit befinden wir uns weltweit, und insbesondere in Argentinien, in einer schwierigen Lage; wir sind erschöpft von den ständigen Lockdowns, und es fällt uns sehr schwer, unsere Freunde nicht sehen zu können. Diese Zeit hat uns jedoch auch geholfen, die kleinen Dinge zu schätzen, wie zum Beispiel den Schabbat mit unserer Familie zu feiern oder Kartenspiele zu spielen. Sie hat uns noch einmal bewusst gemacht, wie dankbar wir unseren Eltern dafür sind, dass sie alles getan haben, damit wir so leben können, wie wir leben, dass wir ein Zuhause haben und dass sie starke Beziehungen aufgebaut haben. Wir sind auch BBYO sehr dankbar BBYO sie uns Freunde und eine Gemeinschaft bieten, die uns helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen.

Die Bikkurim-Früchte erinnern uns daran, dass das Leben weitergeht und es unsere Aufgabe ist, für die Zukunft zu sorgen, so wie es unsere Vorfahren für uns getan haben. Durch Dankbarkeit und Wertschätzung müssen wir die Inspiration finden, unser Leben in vollen Zügen zu leben und unsere Werte, Moralvorstellungen und Traditionen auch an die nächste Generation weiterzugeben.

Schabbat Schalom,

Leyla Licht, BBYO

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