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In der Parascha dieser Woche erfahren wir, dass die Ägypter durch das rasante Wachstum des jüdischen Volkes verunsichert waren. Daher befürchteten die Ägypter, dass sich die Juden im Falle eines Krieges ihren Feinden anschließen würden. Der Midrasch berichtet, dass der Pharao daraufhin seine drei wichtigsten Berater – Bileam, Hiob und Jitro – zu sich rief, um sie um Rat zu fragen, wie man mit dem drohenden Problem umgehen solle. Bileam riet dazu, die Juden zu töten, und wurde später selbst getötet. Hiob schwieg und wurde mit einem Leben voller Leiden bestraft. Jitro floh und wurde mit Nachkommen belohnt, die zu Oberhäuptern des Sanhedrin, des obersten jüdischen Gerichts, wurden.
Man könnte meinen, dass Bileam eine weitaus schwerere Strafe verdient hätte als Hiob, da Hiob kein aktives Verbrechen begangen hatte. Es scheint jedoch, dass Hiobs Strafe noch schwerer war als die von Bileam. Während Bileam einen schnellen Tod erlitt, musste Hiob ein ganzes Leben lang Leiden ertragen, wie sie kein anderer Mensch je erlebt hatte. Am Leben zu sein ist das größte Geschenk, das es gibt; ein ganzes Leben lang zu leiden ist daher eine ungeheure Strafe.
Das Leben steckt voller Möglichkeiten. Wir leben in schwierigen Zeiten, doch mit dem Beginn dieses neuen Jahres können wir beschließen, 2021 zu einem Jahr voller Verbundenheit und Freundlichkeit zu machen. Wir können uns jeden Tag die Zeit nehmen, nach älteren Menschen, unseren Freunden und unserer Familie zu sehen. Es ist ein Geschenk, diese Menschen in unserem Leben zu haben, und wir dürfen das nicht als selbstverständlich ansehen. Trotz des Leids und der Herausforderungen, denen wir täglich gegenüberstehen, ist das Leben immer noch unendlich viel größer als der Tod.
Leben bedeutet, etwas zu erreichen und zu wachsen. Jeder Augenblick im Leben ist eine unschätzbare Gelegenheit, zu wachsen und eine Verbindung zu Gott aufzubauen.
Moses erkannte, welch einzigartiger Schatz das Leben ist. Ihm wurde bewusst, dass das Leben voller Möglichkeiten für Wachstum und Lernen steckt. Er wuchs nicht in einem jüdischen Haushalt auf, doch fand er dennoch Gott und einen Weg, zu seinen Wurzeln zurückzufinden. Gottes Gegenwart offenbarte sich Moses schließlich in Form von Feuer im brennenden Busch. So kann auch jemand, der „vom Derech“(vom jüdischen Weg) abkommt, immer einen Weg zurückfinden, und Gott findet immer neue Wege, uns näher zu sich zu ziehen.
Eine Flamme strebt stets nach oben, in dem Bestreben, Gott zu erreichen. Jeden Schabbat, wenn wir die Schabbat- oder Hawdala-Kerzen anzünden, können wir dies als Symbol für den Funken Gottes in jedem von uns und für das Geschenk des Lebens betrachten, das uns zuteilwurde.
Wenn du heute Abend die Schabbatkerzen anzündest, schau nach oben und denke über das große Ganze im Leben nach. Finde deinen Funken oder deine Flamme, indem du darüber nachdenkst, welchen Unterschied du bewirken kannst – ganz gleich, wie klein die Tat auch sein mag. Setze dir ein Ziel als Neujahrsvorsatz, denn jede gute Tat kann zu einer besseren Welt beitragen.
Schabbat Schalom,
BBYO : Maya Izaki und Noah Leibowitz
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