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Die Parascha dieser Woche, Paraschat Wajera, erzählt eine Geschichte, die wir alle in den letzten Monaten besser verstanden haben. Die Parascha beginnt mit der Vorstellung von Abraham und Sarah, einem älteren Ehepaar, das noch nie Kinder hatte. Eines Tages jedoch erhalten Sarah und Abraham Besuch von Engeln, die ihnen verkünden, dass das Paar trotz Sarahs Alters endlich ein eigenes Kind bekommen werde. Sarah lacht bei dem Gedanken, dass sie im Alter von 90 Jahren schwanger werden und ein Kind zur Welt bringen solle. Doch genau das sollte geschehen.

Ähnlich wie in der Parascha Vayera sind wir nun seit zehn Monaten im Regionalvorstand tätig und haben in diesen zehn Monaten so viele Veränderungen in unserer Welt erlebt. Wir wurden im Rahmen eines Online-Parteitags gewählt, haben große virtuelle Veranstaltungen organisiert und unser Bestes getan, um die Ortsgruppe der Region sowie die Sh’lichim zu unterstützen – und das in einer Zeit, in der die Corona-Zahlen in Texas so hoch waren wie nie zuvor während der gesamten Pandemie.

Betrachtet man Sarahs Situation aus der Perspektive der modernen Medizin, ist die Vorstellung, dass sie im Alter von 90 Jahren ein Kind bekommen könnte, schockierend und völlig unvorstellbar. Doch vielleicht handelt diese wundersame Empfängnis gar nicht von Zeit oder Alter, sondern ist vielmehr eine Geschichte von unglaublicher Ausdauer und innerer Stärke. Die Botschaft ist nicht, dass sie im Alter von 90 Jahren ein Kind bekam, sondern vielmehr, dass sie 90 Jahre warten musste, bis sie zum ersten Mal Mutter wurde, und ihr Ehemann Avraham 100 Jahre warten musste, bis er die Freuden der Vaterschaft erleben durfte.  

Dieses Hin und Her beim Warten auf etwas, wonach wir uns sehnen, ist eine Erfahrung, die viele von uns gemacht haben. So haben wir beispielsweise das ganze Jahr 2020 und den Großteil des Jahres 2021 darauf gewartet, wieder mit unseren Gemeinschaften vereint zu sein. Der Gedanke, dass wir derzeit kurz vor der Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen mit so vielen unserer Freunde stehen, wäre noch vor zehn Monaten lächerlich gewesen. Wie Sarah hätten wir die medizinischen Fakten um uns herum betrachtet und niemals geglaubt, dass wir schon bald an einer Übernachtungsveranstaltung teilnehmen könnten, geschweige denn an einer ganzen Tagung. Doch nun sind wir hier, und es scheint, dass sich unser langes Warten gelohnt hat, da wir endlich wieder mit unseren Freunden zusammen sein können.

Auch wenn wir wissen, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist und dass noch Herausforderungen vor uns liegen, hat uns unser Glaube – zusammen mit dem Glauben der übrigen BBYO daran, dass wir diese schwierigen Zeiten überstehen würden – durch die langen Monate der Einsamkeit und der Ausgangssperren geholfen.

Mögen wir alle mit schönen Überraschungen beschenkt werden. Möge die Zukunft uns gemeinsame Momente bescheren, die nur von Freude und Glück geprägt sind.

Lonestar Shlichim, Abby Siegle und Josh Natelson









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