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Parascha Chajei Sarah: Das Leben feiern
Die Parascha dieser Woche, Paraschat Chajei Sarah, beginnt mit dem Tod Saras und ihrer Beisetzung durch Abraham in der Höhle von Machpela in Hebron.
Abraham und Isaak sind beide untröstlich über den Verlust ihrer Frau bzw. ihrer Mutter. Doch Abraham versteht, dass sie ihr Leben weiterleben müssen. Er beschließt, dass es Zeit für Isaak ist, zu heiraten. Also schickt er einen Diener los, um eine Frau für Isaak zu finden. Der Diener, Elieser, denkt sich eine Prüfung aus, um eine rechtschaffene und passende Frau zu finden. Er ruht sich an einem Brunnen aus und beschließt, die Frauen, die er sieht, um Wasser zu bitten; und die erste Frau, die auch seinen Kamelen Wasser anbietet, soll Isaaks Frau werden.
Rebecca ist die erste Frau, die am Brunnen erscheint, und bietet Eliezer und seinen Kamelen sofort Wasser an. Eliezer starrt Rebecca voller Staunen an, beeindruckt und voller Ehrfurcht darüber, dass sie gekommen ist und seine Prüfung auf Anhieb bestanden hat.
Rebecca kehrt mit Eliezer nach Kanaan zurück, wo sich Isaak sofort in sie verliebt und endlich Trost über den Verlust seiner Mutter findet. Am Ende der Parascha stirbt Abraham im hohen Alter von 175 Jahren und wird von seinen beiden ältesten Söhnen, Isaak und Ismael, neben Sara beigesetzt.
Aber Moment mal. Diese Parascha heißt „Chayei Sarah“, was so viel bedeutet wie „Das Leben Saras“. Doch Sarah stirbt fast gleich zu Beginn des Textes. Warum heißt diese Parascha dann nicht „Der Tod Saras“ oder trägt einen anderen passenden Titel?
Obwohl Sara schon früh in der Parascha stirbt, bleibt ihre Präsenz spürbar. Isaak trauert um den Verlust seiner Mutter und findet erst Trost, als Rebekka eintrifft. Saras Leben lebt in dem von Isaak weiter.
Ein gängiges Sprichwort besagt, dass jeder Mensch zweimal stirbt. Zuerst körperlich, und ein zweites Mal, wenn jemand seinen Namen zum letzten Mal ausspricht. Sarah ist die Stammmutter des Judentums. Wir sprechen ihren Namen jeden Tag aus, in unseren Gebeten und in unseren Texten. Wir weigern uns, sie ein zweites Mal sterben zu lassen, und entscheiden uns stattdessen dafür, ihr Leben zu feiern, genau wie es der Titel dieser Parascha tut.
Das Feiern des Lebens geht über die Parascha hinaus und erstreckt sich auf unseren Alltag. Wenn wir mit einer unglücklichen Situation konfrontiert werden, müssen wir alle eine Entscheidung treffen. Worauf richten wir unseren Fokus? Lassen wir uns vom Negativen niederschlagen? Oder konzentrieren wir uns auf das Positive, akzeptieren das, was wir nicht ändern können, und verschönern das, was wir ändern können?
Die Parascha Chajei Sara lehrt uns, uns auf das Gute zu konzentrieren, und betont, dass Leben und Freude auch dort zu finden sind, wo wir sie am wenigsten erwarten.
Schabbat Schalom,
CVR-Vertreterin Sophie Citron
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