Meinung
Jüdische Partnervermittlung: Die neueste Reality-Show von Netflix
„Jewish Matchmaking“, eine Netflix-Serie und Ablegerserie von „Indian Matchmaking“, wurde am 3. Mai veröffentlicht. In der Serie bringt Aleeza Ben Shalom, die sich selbst als Dating- und Beziehungscoach bezeichnet, jüdische Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen, indem sie sie durch die jüdische Tradition des „Shidduchim“ – ein System der Partnervermittlung – führt. Ben Shalom befragt jeden Kandidaten, um herauszufinden, was er oder sie sich von einem Partner wünscht, und sucht dann nach jemandem, der diese Anforderungen erfüllt. In der Serie beschreibt sie dies als „den schwierigsten Job der Welt“.
Bei der orthodoxen Partnervermittlung erhält der Vermittler in der Regel 1.000 Dollar, wenn sich das Paar verlobt, manche verlangen jedoch auch mehr. Die Dienste von Ben Shalom können bis zu 50.000 Dollar kosten, doch Netflix übernimmt die Vermittlungsgebühren für die Darsteller der Serie. Sima Taparia, die Moderatorin von „Indian Matchmaking“, verlangt für ähnliche Dienstleistungen zwischen 1.300 und 8.000 Dollar.
Die achtteilige Serie zeigt neun Singles auf der Suche nach ihrem Traumpartner und verdeutlicht die Vielfalt der jüdischen Gemeinschaft. Zu Ben Shaloms Kunden zählen Juden aschkenasischer, sephardischer und mizrachischer Herkunft sowie Juden mit dunkler Hautfarbe. Sie geht auf die Wünsche ihrer Kunden ein, auch wenn manche davon sehr anspruchsvoll sind. Ori, ein israelischer Jude, der bei seinen Eltern lebt, will sich nur mit blondhaarigen, blauäugigen jüdischen Frauen verabreden, die Hebräisch sprechen können, während Dani, ein lebenslustiges Mädchen aus Miami, einen Mann mit tollen Augenbrauen sucht, die aber nicht so toll sein dürfen wie ihre eigenen.
Die jüngste Darstellung orthodoxer Juden in Netflix-Serien ist in die Kritik geraten. Die Reality-Show „My Unorthodox Life“ wurde von der orthodoxen Gemeinschaft kritisiert, weil sie falsche Angaben zur Einhaltung der religiösen Vorschriften machte und die Zuschauer dazu ermutigte, sich vom orthodoxen Glauben abzuwenden. Auch in „Unorthodox“ wird eine ehemals orthodoxe Frau gezeigt, die eine aus ihrer Sicht unterdrückende arrangierte Ehe verlässt. Ronit Polin-Tarshish, eine orthodoxe Filmemacherin und eine der Produzentinnen von „Jewish Matchmaking“, hatte die Aufgabe sicherzustellen, dass das Judentum in der Serie korrekt dargestellt wurde.
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