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Paraschat Schoftim: Das Tragen unserer Thora-Rollen heute
Die Szene ist bereit: Die Israeliten stehen an der Schwelle zum Gelobten Land. Mose, ihr Anführer und Lehrer, bereitet sie auf eine Zukunft ohne ihn vor. Er weiß, dass sich ihr Leben ändern wird, sobald sie den Jordan überquert haben. Sie werden nicht länger als Stamm durch die Wüste ziehen; sie werden als Volk leben, mit Richtern, Führern und sogar Königen. Und so beginnt er mit einem Gebot, das durch die Zeit hallt:
„Tzedek, tzedek tirdof – Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du verfolgen.“
Mose fordert sie nicht nur auf, der Gerechtigkeit zu folgen, sondern ihr nachzugehen. Und er fügt eine Warnung hinzu: Gerechtigkeit muss ohne Korruption, ohne Günstlingswirtschaft und ohne Beugung der Regeln zum Vorteil eines Freundes oder zum Nachteil eines Feindes ausgeübt werden.
Mose sagt, dass es in jeder Generation Führer geben wird, denen die Aufgabe anvertraut ist, die Gesetze der Tora auszulegen und anzuwenden. Das Gesetz selbst ist ewig, doch die Verantwortung für seine Anwendung liegt bei jeder neuen Generation. Es reicht nicht aus, es einfach nur zu erben; man muss es leben, auslegen und weitergeben.
Für uns als Alephs BBGs kommt uns diese Botschaft nur allzu bekannt vor. In unseren eigenen Ritualen verpflichten sich Alephs BBGs dazu, ein Leben zu führen, das vom Menorah-Gelöbnis und den Grundprinzipien geleitet wird. So wie die Tora unseren Vorfahren als moralischer Kompass diente, so leiten uns heute die „Red and Blue Books“, unsere Mitgliederhandbücher. Sie erinnern uns an die Werte, für die wir einstehen, und an die Maßstäbe, zu deren Einhaltung wir uns verpflichten.
Tatsächlich liefert die Parascha Schoftim hierfür ein perfektes Bild. Die Tora sagt uns, dass ein jüdischer König stets eine Tora-Rolle bei sich tragen muss, damit er, wohin er auch geht, stets an die Werte und Tugenden erinnert wird, denen er folgen muss. Er darf nicht vergessen, wer er ist und wofür er steht.
Ist es nicht genau das, wofür unsere Grundsätze und Handbücher für uns da sind? Unsere „Blue Books“ und „Red Books“, unser Menorah-Gelöbnis und unsere Grundprinzipien sind unsere ständigen Mahnungen, unsere modernen „Thora-Rollen“. Sie fordern uns heraus, integer zu leben, anderen mit Würde zu begegnen und bei jeder Entscheidung, die wir treffen, nach Gerechtigkeit zu streben.
Die Lehre daraus ist klar: Gerechtigkeit entsteht nicht von selbst. Sie erfordert Erinnerungen, Rituale und Verantwortung. Für die Israeliten war es die Tora. Für uns sind es unsere Rituale, unsere Grundsätze und die Gemeinschaft, die wir gemeinsam als Alephs BBGs aufgebaut haben.
Wenn wir also diese Woche die Parascha Schoftim lesen, mögen wir uns an Moses’ Aufruf erinnern: „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du verfolgen.“ Mögen wir es als unsere eigene Verantwortung betrachten, nicht nur über Gerechtigkeit zu sprechen, sondern ihr nachzujagen, sie zu leben und sie in unserem Leben als Alephs BBGs Wirklichkeit werden zu lassen.
Schabbat Schalom,
Hailey Arnell & Adi Shankman
37. internationale Sh'licha & 37. Grand Aleph
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