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Die Parascha dieser Woche ist Paraschat Miketz, die in einem Moment tiefer Unsicherheit beginnt. Der Pharao ist von beunruhigenden Träumen erschüttert und unfähig zu verstehen, was sie bedeuten oder was die Zukunft bereithält. Erst als Josef aus dem Gefängnis, aus der Dunkelheit, geholt wird, beginnt sich Klarheit abzuzeichnen. Josef leugnet nicht die Lage des Augenblicks; stattdessen bringt er Deutung, Weisheit und Verantwortung ein. Er erinnert den Pharao daran, dass menschliches Handeln auch in Zeiten des Chaos noch von Bedeutung ist. Vorbereitung, Mitgefühl und moralische Führung können verändern, was als Nächstes kommt. 

Diese Botschaft findet während Chanukka besonderen Anklang. Bei Chanukka geht es nicht nur darum, dass auf wundersame Weise von selbst Licht erscheint, sondern darum, dass die Menschen sich dafür entscheiden, die Menora anzuzünden, selbst wenn sie von Dunkelheit umgeben sind. Das Wunder geschieht nur, weil jemand die Verantwortung übernimmt, aktiv zu werden und eine Flamme zu entzünden, so klein sie auch erscheinen mag. 

Diese Woche wurde unsere Gemeinschaft durch den tragischen Anschlag am ersten Abend von Chanukka am Bondi Beach in Sydney erschüttert. Momente wie diese lassen uns Angst empfinden, verwirrt sein und tief betrübt. Wie der Pharao haben wir Mühe zu begreifen, wie viel Dunkelheit es geben kann und wie wir darauf reagieren sollen. Das Judentum verlangt von uns nicht, den Schmerz zu ignorieren oder ihn wegzuerklären. Stattdessen fordert es uns auf, mit Fürsorge, mit Verantwortung und mit Licht darauf zu reagieren. 

Josef lehrt uns, dass Führung in dunklen Zeiten nicht aus Macht entsteht, sondern aus Mitgefühl und Weitsicht. Chanukka lehrt uns, dass Licht nicht passiv ist; es ist etwas, das wir selbst erschaffen. Schon eine einzige Kerze kann die Dunkelheit eines ganzen Raumes vertreiben. 

Während wir den Verstorbenen und Verletzten der schrecklichen Anschläge in Sydney Raum für ihre Trauer geben, werden wir auch an unsere Aufgabe erinnert, füreinander da zu sein, unsere Gemeinschaften zu stärken und uns für Freundlichkeit zu entscheiden, wenn die Welt zerbrochen erscheint. Wir können vielleicht nicht alles in Ordnung bringen, aber wie Josef können wir Weisheit bringen, und wie die Menora können wir Licht bringen. 

Und das ist unsere Hoffnung: dass wir auch in Momenten der Angst und des Verlusts weiterhin die Verbundenheit der Isolation vorziehen, das Mitgefühl dem Hass und das Licht der Dunkelheit. Eine Geste, eine Flamme, ein Moment der Fürsorge nach dem anderen. 

Wir wünschen den Verletzten in Sydney eine vollständige Genesung, und unser Mitgefühl gilt all jenen, die einen geliebten Menschen verloren haben. 

Schabbat Schalom,
Alyssa Teichtahl, BBYO

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