Verbindung
Parascha Naso: Die Kraft der Wiederholung und der Erinnerungen
In der Parascha Naso gibt es ein Detail, das auf den ersten Blick überflüssig erscheint: die Beschreibung der zwölf identischen Opfergaben, die die Oberhäupter der einzelnen Stämme darbrachten. Sie bringen jeweils genau dieselbe Gabe dar: eine silberne Schale, ein silbernes Becken, eine goldene Kelle, Weihrauch, Tiere – und dennoch beschließt die Tora, jede einzelne davon zwölf Mal ausführlich zu beschreiben.
Warum? Warum nicht einfach sagen: „Und jeder der zwölf Anführer brachte das gleiche Geschenk“? Weil jedes Geschenk, obwohl inhaltlich identisch, in seiner Absicht einzigartig ist. Jeder Stamm und jedes Opfer verdient es, gesehen, anerkannt und gezählt zu werden.
Seit einem Jahr habe ich nun jede Woche das Privileg, die D’var-Torah-Artikel in The Shofarzu betreuen. Jeder einzelne erzählte im Wesentlichen dieselbe Geschichte – die des jüdischen Volkes –, jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven. Von Uganda bis Boston stellten sich Jugendliche dieser Aufgabe mit ihrer Erfahrung, ihrer Weisheit und ihrer Stärke. Selbst wenn die Parascha alte Gesetze oder Themen wiederholte, wie etwa die zwölf Anführer in Naso, fügte jeder Autor einer gemeinsamen Tradition seine eigene Bedeutung hinzu. Vielen Dank an Rabbi Meir für seine unermüdliche Hilfe, an Andrea für ihre Unterstützung und an jeden Autor, der Licht in den Text gebracht hat. Ihr habt nicht nur über die Tora geschrieben – ihr habt sie mit jedem geteilt, der bereit war, über unsere Geschichte und eure Gedanken und Reflexionen dazu zu lesen.
Nun, da ich mein eigenes Kapitel bei BBYO abschließe, kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass ich am Ende einer Zählung angelangt bin. Wie bei der Volkszählung, mit der das Buch Naso beginnt, blicke ich nun zurück und zähle alles auf, was ich erlebt habe: jeden Schabbat, jedes Programm, jede Idee, die spät in der Nacht entstand und Wirklichkeit wurde. Damals kamen mir diese Dinge klein vor. Heute sehe ich sie als Teil dessen, warum diese Bewegung etwas in mir verändert hat.
Wiederholungen haben etwas Schönes an sich. Sie lehren uns, das Heilige im Vertrauten zu erkennen. So wie die Tora kein einziges Opfer auslässt, solltest auch du keinen einzigen Moment auslassen, der zu deiner Erfahrung in dieser oder einer anderen Bewegung beiträgt. Wenn du am Ende des Tages zurückblickst, wirst du vielleicht feststellen, dass dieses Wochenprogramm – auch wenn es dem der letzten Woche ähnelt – Teil deiner Erfahrung bei BBYO ist.
Auch wenn wir alle dieselbe Geschichte erzählen – unsere Geschichte –, lohnt es sich, sie immer wieder zu erzählen. Jedes Mal in voller Länge.
Schabbat Schalom,
Gal Rubel, BBYO
All views expressed on content written for The Shofar represent the opinions and thoughts of the individual authors. The author biography represents the author at the time in which they were in BBYO.
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