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Parascha Acharei Mot-Kedoschim: Licht in der Dunkelheit finden
An diesem Schabbat lesen wir die Doppelportion „Acharei Mot–Kedoschim“, zwei der bedeutendsten Abschnitte im Buch Vayikra.
Die Parascha Acharei Mot, wörtlich übersetzt „Nach dem Tod“, beginnt mit den Gesetzen zu Jom Kippur und beschreibt, wie der Hohepriester das Allerheiligste, den heiligsten Ort, betreten soll, wo er sich mit Hashem verbindet. Diese Anweisungen folgen auf eine Tragödie: den Tod von Aarons Söhnen Nadav und Avihu, die starben, nachdem sie ein unerlaubtes Opfer vor Gott dargebracht hatten. Obwohl ihr Tod schon einige Zeit zurückliegt, erinnert uns die Tora an dieses tragische Ereignis, gerade als Aaron aufgefordert wird, an genau diesen Ort zurückzukehren, einen Raum, der von Ehrfurcht und Trauer erfüllt ist.
Die zweite Parascha der Woche, „Kedoschim“, die oft als das Herzstück der Tora bezeichnet wird, beginnt mit einem eindringlichen Gebot: „Ihr sollt heilig sein, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.“ Dieser Abschnitt lehrt uns, dass es bei der Heiligkeit nicht nur um Rituale geht, sondern um Gerechtigkeit, Güte und das Tun des Richtigen. Dazu gehört, die Eltern zu ehren, den Armen auf unseren Feldern Nahrung zu hinterlassen, im Geschäftsleben ehrlich zu sein und nach den zeitlosen Worten zu leben: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
In diesem Jahr fühlt sich „Acharei Mot“ besonders persönlich an. Seit dem 7. Oktober leben wir in tiefer Trauer. In Gaza befinden sich weiterhin Geiseln, und viele Familien warten noch immer, hin- und hergerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Wie Aaron leben wir in einem Raum von „Acharei Mot“, im Schatten des Verlusts.
Doch die Tora lässt uns nicht in unserer Trauer zurück. Hashem drängt Aaron nicht, ruft ihn aber schließlich zurück, damit er die Führung übernimmt, dient und dabei hilft, Heilung zu bringen.
Auch wir sind aufgerufen, zu beten, zu hoffen und zu handeln; uns für die Freilassung der Geiseln einzusetzen; ihren Familien Kraft und Trost zu spenden; und eine Zukunft zu gestalten, die nicht nur vom Schmerz geprägt ist, sondern von Licht, Gerechtigkeit und Heiligkeit erfüllt ist.
Schabbat Schalom,
Micol S, BBYO
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