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68bb0fbea17325ac14aea70d_Screenshot vom 05.09.2025 um 11:27:58 Uhr

Vor ein paar Wochen telefonierte ich spätabends mit einer meiner engsten Freundinnen, die auf der anderen Seite des Ozeans lebt. Wir sprechen nicht jeden Tag miteinander, aber wenn wir es tun, kommt es mir vor, als wäre keine Zeit vergangen. Dieser Moment hat mir wieder bewusst gemacht, wie sehr uns Freundschaften stärken, selbst wenn Entfernung oder Zeit dazwischenkommen.

Die Parascha Ki Tetze ist voller Gebote; tatsächlich enthält sie mehr Gebote als jede andere Parascha in der Tora. Auf den ersten Blick mögen sie wie eine zufällige Auflistung wirken: verlorene Gegenstände zurückgeben, eine Vogelmutter wegschicken, Arbeiter fair behandeln, Zufluchtsstädte errichten. Doch wenn man genauer hinschaut, gibt es ein Thema, das sie verbindet: die Verantwortung gegenüber anderen.

Eine Mizwa ist mir besonders wichtig: „Du sollst nicht gleichgültig bleiben“ (5. Mose 22,3). Wenn du siehst, dass der Ochse oder Esel deines Freundes sich verirrt hat, darfst du nicht einfach weggehen. Du musst anhalten, darauf achten und helfen, es zurückzubringen. Mit anderen Worten: Wenn jemand in Schwierigkeiten steckt, wenn er etwas „verloren“ hat – sei es ein Gegenstand, sein Gleichgewicht oder sogar sein Selbstbewusstsein –, sind wir dazu aufgerufen, einzugreifen.

Das ist Freundschaft in ihrer reinsten Form, besonders im Judentum. Nicht nur gemeinsam über lustige Momente zu lachen, sondern da zu sein, wenn es unbequem ist, wenn es Anstrengung kostet, wenn es bedeutet, den eigenen Weg zu unterbrechen, um jemandem anderen zur Seite zu stehen.

Bei BBYO sprechen wir oft von Brüderlichkeit und Schwesternschaft. Doch Ki Tetze erinnert uns daran, dass echte Verbundenheit nicht nur darin besteht, demselben Ortsverband anzugehören oder sich im selben Raum zu befinden. Es geht um Verantwortung: sich dafür zu entscheiden, sich um andere zu kümmern, und sich nicht gleichgültig zu verhalten.

Hier sind also die Fragen, die mir diese Parascha aufwirft:

  • Wenn es meinen Freunden schlecht geht, nehme ich das wahr oder gehe ich einfach vorbei?
  • Wie kann ich Verantwortung für meine Gemeinschaft übernehmen, sodass unsere Beziehungen gestärkt werden?
  • Was bedeutet es in der heutigen Welt, sich zu weigern, gleichgültig zu sein?

Mögen wir aus „Ki Tetze“ lernen, dass Freundschaft nicht nur auf gemeinsamer Freude beruht, sondern auch darauf, dass wir einander mit Fürsorge und Verantwortung begegnen. Mögen unsere Beziehungen – ob auf der anderen Straßenseite, jenseits des Ozeans oder über Generationen hinweg – uns stets daran erinnern, dass wir niemals allein sind.

Schabbat Schalom, BBYO,

Maya Shahar

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