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Parascha Schmini: Der Aufbau starker jüdischer Gemeinschaften
Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, an der BBYO Up Convention in Verbindung mit dem ADL Never is Now Summit in New York City teilzunehmen. Unser 30-köpfiges Team diskutierte, entwickelte und setzte Ideen um, wie wir als studentische Führungskräfte einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten können. Diese großartige Erfahrung steht in engem Zusammenhang mit der Botschaft der Parascha Schmini, insbesondere wenn man darüber nachdenkt, was es bedeutet, mit Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein eine starke jüdische Gemeinschaft aufzubauen.
Zu Beginn der Parascha Schmini erreicht das jüdische Volk einen entscheidenden Moment. Nach langer Zeit der Vorbereitung und des Aufbaus ist der Mischkan endlich einsatzbereit. Das ist nicht über Nacht geschehen. Es bedurfte einer Vision, dann der Planung, der Festlegung einer Struktur und schließlich der Umsetzung des Plans – alles unter Mitwirkung der gesamten Gemeinschaft. Wenn der Gottesdienst beginnt und Gottes Gegenwart offenbart wird, zeigt dies, dass etwas Sinnvolles nur dann geschehen kann, wenn eine Gemeinschaft sich bewusst vorbereitet und dann auf die richtige Weise zusammenkommt.
Diese Vorstellung, dass Vorbereitung zum Handeln führt, spiegelt unsere Erfahrungen wirklich wider. Im Vorfeld der Tagung haben wir im Rahmen der ILN Rise Up-Gruppe monatelang an der Vorbereitung unserer Projekte gearbeitet. In dieser Zeit ging es nicht nur darum, Ideen zu entwickeln, sondern auch darum, zu lernen, zu recherchieren und Antisemitismus tiefer zu verstehen. Ähnlich wie beim Bau des Mishkan war die Arbeit im Vorfeld der Veranstaltung genauso wichtig wie die Veranstaltung selbst.
Auf der Tagung kamen 30 Jugendliche aus fünf Ländern zusammen, um als eine einzige BBYO aufzutreten. Das ganze Wochenende über führten wir zahlreiche Gespräche über Antisemitismus, wie er sich heute äußert und wie er jüdische Jugendliche in unterschiedlichen Umfeldern betrifft. Diese Gespräche halfen uns, die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, besser zu verstehen und zu erkennen, wie wir darauf durchdacht und fundiert reagieren können.
Wir besuchten auch mehrere Synagogen, wodurch wir die Vielfalt des jüdischen Lebens kennenlernen konnten. In der Parascha Schmini wird der Mischkan zu einem zentralen Ort für das jüdische Volk, einem Ort, an dem die Gemeinschaft durch ein gemeinsames Ziel zusammenfindet. Der Besuch verschiedener Synagogen zeigte uns, dass jüdische Orte heute unterschiedlich aussehen können, aber alle dieselbe Funktion erfüllen: Verbindung, Identität und Gemeinschaft. Dabei wurde auch deutlich, warum es so wichtig ist, diese Orte vor Antisemitismus zu schützen.
Ein wesentlicher Teil der Tagung widmete sich der Umsetzung von Ideen in die Praxis. Als Gruppe arbeiteten wir an der Erstellung eines Instrumentariums zur Bekämpfung von Antisemitismus. Dazu gehörte das Verfassen eines Briefes an gewählte Bundespolitiker, in dem wir eine Aufstockung der Sicherheitsmittel für gemeinnützige und religiöse Einrichtungen forderten, sowie die Organisation einer „Leserbrief“-Kampagne, um das Bewusstsein zu schärfen und unserer Stimme mehr Gehör zu verschaffen. Durch diesen Prozess wurde uns bewusst, wie wichtig es ist, dass Führung nicht nur darin besteht, Ideen zu haben, sondern auch darin, innerhalb eines Systems zu arbeiten, unterschiedliche Perspektiven anzuhören und Entscheidungen zu treffen, die die Bedürfnisse der gesamten Gemeinschaft widerspiegeln.
Die zweite Hälfte der Parascha Schmini nimmt mit der Geschichte von Nadav und Avihu eine rasante Wendung. Nach einem so kraftvollen und erfolgreichen Moment für die Gemeinschaft handeln sie auf eigene Faust und bringen das, was die Tora als „fremdes Feuer“ bezeichnet. Auch wenn ihre Absichten vielleicht positiv waren, treten sie aus dem geschaffenen Rahmen heraus, und die Folgen lassen nicht lange auf sich warten. Dieser Teil der Parascha verdeutlicht eine wichtige Lektion. Leidenschaft allein reicht nicht aus. Motivation oder gute Absichten ersetzen nicht die Notwendigkeit von Verantwortung und das Bewusstsein für die größere Gemeinschaft. Führung erfordert das Verständnis, dass Handlungen alle betreffen und dass es die Gemeinschaft eher schwächen als stärken kann, wenn Menschen handeln, ohne das Gesamtgefüge zu berücksichtigen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Erfahrung war das Feiern der jüdischen Freude. In der Parascha Schmini ist die erste Reaktion des Volkes auf den Mischkan Freude und Ehrfurcht. Auch wenn die Parascha später komplexer wird, bleibt dieser Moment der Freude doch von zentraler Bedeutung. In ähnlicher Weise haben wir uns, auch wenn wir ernste Themen wie Antisemitismus angesprochen haben, gleichzeitig auf Stolz, Verbundenheit und die Stärke der jüdischen Identität konzentriert. Dieses Gleichgewicht ist entscheidend für den Aufbau und den Erhalt starker Gemeinschaften.
Insgesamt hat diese Erfahrung gezeigt, dass das, was wir gemeinsam aufbauen, von Bedeutung ist. Die Projekte, Diskussionen und Initiativen, die aus diesen Monaten der Vorbereitung und dem Kongress selbst hervorgegangen sind, sind Teil einer umfassenderen Bemühung, das jüdische Leben zu stärken und sicherzustellen, dass unsere Stimmen Gehör finden. Die Parascha Schmini erinnert uns daran, dass starke Gemeinschaften durch Vorbereitung, gemeinsame Verantwortung und wohlüberlegtes Handeln entstehen. Wenn diese Elemente zusammenkommen, kann die Wirkung bedeutend und nachhaltig sein – nicht nur für die jüdische Gemeinschaft, sondern auch darüber hinaus.
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