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Warum unterscheidet sich diese Nacht von allen anderen Nächten? Weil wir Matze und bittere Kräuter essen, zweimal eintauchen und uns bequem zurücklehnen. Wir kennen die Antworten bereits, denn wir haben unser ganzes Leben lang denselben Seder gelesen. Dennoch stellen wir jedes Jahr dieselben Fragen, nur um sie auf dieselbe Weise zu beantworten. Warum fragen wir also immer wieder? 

Im Judentum werden wir schon von klein auf dazu ermutigt, jede Regel und jeden Wert, an den wir uns halten, zu hinterfragen. Auf diese Weise lernen wir, wachsen wir und finden wir zueinander. Uns wird beigebracht, dass es in Ordnung ist, nicht alles zu wissen, und dass gerade dort die bedeutungsvollsten Gespräche beginnen.

In unserem Alltag kommt es uns jedoch nicht immer so vor. In der Schule werden Fragen als Schritte zum Verständnis bestimmter Konzepte betrachtet, und 

Im Judentum ist es nicht nur erlaubt, Fragen zu stellen, sondern es wird sogar erwartet. So lernen wir, so wachsen wir und so verbinden wir uns nicht nur mit der Geschichte des Pessachfestes, sondern auch miteinander. Uns wird beigebracht, dass es in Ordnung ist, nicht alles zu verstehen. Tatsächlich beginnen genau dort die bedeutungsvollsten Gespräche.

Aber im Alltag kommt es uns nicht immer so vor. In der Schule kann es sich so anfühlen, als müsse man Fragen irgendwann hinter sich lassen – als wäre man fertig, sobald man die Antwort kennt. Und selbst bei BBYO hat man manchmal das Gefühl, dass eine Führungskraft alles im Griff haben, immer das Richtige sagen und niemals an sich selbst zweifeln darf. Als ob Selbstvertrauen gleichbedeutend mit Gewissheit wäre.

Aber die Wahrheit ist: Die besten Führungskräfte, diejenigen, die wirklich etwas bewirken, sind diejenigen, die Fragen stellen. Sie hören zu, bleiben neugierig und scheuen sich nicht zuzugeben, wenn sie etwas nicht wissen. BBYO auf Verbundenheit und Wachstum, und man kann nicht wachsen, wenn man glaubt, bereits alle Antworten zu kennen.

Jedes Mal, wenn wir die Haggada lesen, verändert sich etwas. Vielleicht sind wir es selbst. Wir sind gewachsen, haben neue Erfahrungen gemacht und sehen die Dinge anders als noch im letzten Jahr. Oder vielleicht sind es die Menschen an unserem Tisch, die neue Perspektiven und neue Fragen einbringen. Die Worte bleiben dieselben, aber was sie für uns bedeuten, ändert sich.

Vielleicht ist diese Nacht also anders – nicht nur wegen der Traditionen, denen wir folgen, sondern weil sie uns daran erinnert, welche Art von Menschen und welche Art von Führungskräften wir sein wollen. Die Art von Menschen, die immer wieder Fragen stellen, immer weiter lernen und immer füreinander da sind. Denn im Judentum und bei BBYO geht es nicht darum, alle Antworten zu kennen. Es geht darum, mutig genug zu sein, immer wieder Fragen zu stellen.

Frohes Fest, 

Dana Manor

Zentralregion West

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