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Die Parascha Jitro enthält die Zehn Gebote, den Moment der Offenbarung und den Bund, der unsere gesamte Identität geprägt hat. Man könnte meinen, die eindringlichsten Worte der Parascha wären: „Anoch?hi yrhova?ha elo?heich“ („Ich bin der Herr, dein Gott“) oder „Schabbat“ oder „Har Sinai“.

Doch die Worte, die uns am tiefsten berühren, tauchen vielleicht schon früher auf, ganz unauffällig, in einem Moment, den wir normalerweise zu schnell überfliegen.

Diese Worte lauten:

Lo Tuchal: „Das schafft man nicht alleine.“

-in-

„Es ist besser, darüber zu sprechen … als es allein zu tun.“ 

„Das ist nicht gut … Das schaffst du nicht alleine.“

In diesem Moment (vor dem Berg Sinai, vor den Geboten) lernt Mosche eine der tiefsten Wahrheiten der Führung: Kein Führer, nicht einmal Mosche Rabbeinu, kann allein führen. Jitro lehrt ihn, Aufgaben zu delegieren, anderen zu vertrauen und ein System aufzubauen. Und aus diesem Gespräch entsteht der erste strukturierte Rechtsrahmen in der jüdischen Geschichte.

Bevor Israel die Tora empfangen konnte, musste Mose lernen, partnerschaftlich zu handeln. Die gemeinsame Führung bildete die Grundlage, die den Empfang der Tora erst möglich machte.

Diesen Gedanken finden wir auch bei BBYO wieder. Im BBG „Identity, Identity“ sagen wir: „Ich bin einer, wenn auch nur einer, doch es gibt so viel, was ich tun kann.“ Viele haben dies fälschlicherweise als„der Einzige“ verstanden, doch genau davor warnt Jitro Mose. Ja, jeder einzelne von uns zählt. Ja, jeder von uns kann allein etwas bewirken. Aber BBG, AZA, BBYO– wir sind eine Geschwistergemeinschaft. Unsere Kraft kommt von dem, was wir gemeinsam aufbauen.

Jeder Aspekt des BBYO spiegelt diese Erkenntnis wider: gemeinsame Ämter in Orts-, Regional- und internationalen Vorständen; AZA und BBG ; Ausschüsse; Verwaltungsteams … Alle Strukturen basieren auf der Überzeugung , dass man es nicht alleine schaffen kann und auch nicht sollte.

Da das IC buchstäblich vor der Tür steht, gewinnt diese Botschaft noch mehr an Bedeutung. Ganz gleich, ob du im Lenkungsausschuss sitzt, als Administrator tätig bist, dich mit einer Gruppe triffst, einen Projektvorsitz hast oder eine Führungsrolle übernimmst: Hab nicht das Gefühl, dass du alles alleine schultern musst. Stütze dich auf deine Leute. Bitte um Hilfe. Teile die Last. Das ist keine Schwäche, sondern Weisheit. Das ist die Lektion von Mosche. Das ist das Geschenk von Jitro.

Ich lade euch alle ein, einmal darüber nachzudenken: Arbeitet ihr mit anderen zusammen? Delegiert ihr Aufgaben? Und wenn nicht, was hält euch davon ab?

Denn die Botschaft der Tora ist klar: Niemand vollbringt Großes im Alleingang. Nicht einmal Mosche. Nicht einmal wir.

Schabbat Schalom, BBYO! Wir sehen uns beim IC!

Amy Hornstein

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