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Niemand mag es, Unrecht zu haben.

Wir geben es nur ungern zu. Wir reden uns das schön und sagen, es sei keine große Sache gewesen. Wir reden uns ein, dass jeder mal Fehler macht, also sei es in Ordnung. Dann kommt der Buch „Vayikra“.

Das Buch Vayikra beginnt mit einer langen, detaillierten Beschreibung der Korbanot, der Opfergaben, die dargebracht wurden, wenn jemand gesündigt hatte. Auf den ersten Blick wirkt das sehr altmodisch, etwas, womit sich keiner von uns identifizieren kann. Wie sollten wir auch? Wir bringen keine Tiere mehr zum Mischkan, wir stehen nicht mehr vor dem Altar. Man muss jedoch nur ein wenig tiefer graben. Wenn jemand wegen eines Fehlers ein Korban darbrachte, gab er es nicht einfach ab und ging wieder. Er musste seine Hände auf das Tier legen, physisch anwesend sein. Er war gezwungen anzuerkennen: „Das war ich.“

Vayikra lehrt uns, dass Wachstum nicht mit Perfektion beginnt, sondern mit der Übernahme von Verantwortung. Man kann nichts in Ordnung bringen, womit man sich nicht auseinandersetzen will, und man kann sich nicht verbessern, wenn man so tut, als hätte man gar keinen Fehler gemacht.

In der Welt, in der wir leben, ist es so einfach, nur unsere Stärken zu zeigen – in den sozialen Medien, durch Führungspositionen und so weiter. Es ist normal, nur die aufpolierten Versionen von uns selbst zu zeigen, jene Versionen, die andere mehr bewundern. Doch die Tora sieht das anders. Diese Lesung lehrt uns, dass Heiligkeit erst dann wirklich beginnt, wenn man sich eingesteht, dass man ein Mensch ist.

Gerade bei BBYO, wo so viele von uns zu unserem wahren Selbst gefunden und unsere engsten Freunde gewonnen haben, ist dieser Abschnitt, diese Lektion, von großer Bedeutung. Vielleicht sagst du etwas Falsches. Vielleicht machst du einen Fehler. Vergisst deine Pflichten, verletzt die Gefühle eines anderen. Die Frage ist nicht, ob wir Fehler machen werden oder welche Fehler wir machen werden. Die Frage ist, wie wir darauf reagieren.

Vayikra lehrt uns, uns nicht zu verstecken, sondern nach vorne zu treten. Verantwortung zu übernehmen und sich zu entschuldigen, wenn man einen Fehler macht, macht einen nicht schwächer. Es macht einen vertrauenswürdig. Es schafft echte Verbindungen und verwandelt Schuld in Wachstum.

Wir bringen keine Opfer mehr dar (worüber wir, glaube ich, alle froh sind). Doch wir haben immer noch die Möglichkeit, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Uns zu entschuldigen. Wiedergutmachung zu leisten. Es beim nächsten Mal besser zu machen. Das ist nicht altmodisch. Das ist zeitlos.

Schabbat Schalom,

Sasha Grossman

Region Hudson Valley

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Podcast-Reihe „Simchat-Torah-Challenge“

Möchtest du dir die Parascha dieser Woche anhören? Dann hör dir die Interpretation der Region New England zur Parascha Vayikra im Rahmen der Podcast-Reihe „Simchat Torah Challenge“ an. Die „Simchat Torah Challenge“ ist eine einjährige Reise, auf der Jugendliche aus dem gesamten Orden die Tora erkunden – eine Parascha nach der anderen. Die Jugendlichen setzen sich mit dem Text auseinander, tauschen ihre Gedanken aus und erkunden, wie er sich auf ihr eigenes Leben bezieht.

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