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„Nie wieder“ ist jetzt: Rückblick auf den LEADS-Tag
Während des LEADS-Tages am IC hatte ich die Gelegenheit, das Weitzman Museum of American Jewish History zu besuchen. Dort erfuhren wir, warum „Nie wieder“ in unserer heutigen Gesellschaft so wichtig ist.
Zu Beginn machten wir eine Übung namens „Errate den Juden“, und natürlich fielen sofort Namen wie Anne Frank. Wir alle kennen ihre Geschichte. Wir haben sie in der Mittelstufe oder im Unterricht zum Thema Holocaust gelernt. Doch das brachte mich zum Nachdenken: Warum ist gerade ihre Geschichte diejenige, auf die wir uns am meisten stützen? Warum werden manche Geschichten zu der Geschichte, während andere in Vergessenheit geraten?
Anschließend sprachen wir darüber, wie Juden heute in den Medien dargestellt werden – entweder als Opfer oder als Bösewichte, als machtlos oder als allmächtig. Diese Schwarz-Weiß-Malerei ist gefährlich. Sie reduziert eine komplexe Identität auf etwas, das leicht missverstanden werden kann.
Eine Aussage eines der Redner ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Das Museum ist nicht nur ein Gebäude.
Das Museum, das sind wir.
Als jüdische Jugendliche, vor allem in Umgebungen, in denen wir eine Minderheit sind, sind wir oft diejenigen, die unsere Geschichte erzählen – ob wir das nun wollen oder nicht. Da stellt sich die Frage: Welche Geschichte erzählen wir?
Die jüdische Geschichte besteht nicht nur aus Tragödien. Sie ist auch ein Beispiel für Widerstandskraft. Sie ist geprägt von Höhen und Tiefen. Sie steht für Überleben und Wiederaufbau. Wenn wir nur von den schweren Zeiten erzählen, übersehen wir die Stärke. Wenn wir die schweren Zeiten ignorieren, verlieren wir die Wahrheit aus den Augen.
Wir schlossen mit diesem Satz:
Ich bin Jüdin, weil… und weil ich Jüdin bin, …
Für mich sind es meine Vorfahren, die Polen verlassen haben, um nach Amerika zu gehen. Es ist das Ferienlager. Es ist die hebräische Schule. Es ist die Halskette, die ich mit Stolz trage. Es ist Geschichte. Es ist eine Verantwortung.
Der LEADS Day hat mir vor Augen geführt, dass „Nie wieder“ keine passive Haltung ist. Es bedeutet, unsere eigene Geschichte zu gestalten. Sie zu erweitern. Sie zu bewahren.
Wir sind nicht nur Teil der Geschichte.
Wir sind die Geschichtenerzähler.
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